Ein persönliches Wort (30. Mai 2020 – zu Pfingsten)

 

Pfingsten steht vor der Tür. Sie kennen die Geschichte der furchtsamen Jüngerinnen und Jünger, die eingeschlossen und niedergeschlagen vor sich hinkauern und sich nicht vor die Tür trauen. Geht es uns zur Zeit nicht ähnlich im Unwissen, wo Corona uns treffen könnte: Wir fühlen uns eingeschlossen und auch ein wenig mutlos.

 

Aber dann geschieht es. Mit einem Male kommt der Heilige Geist. Weil wir uns ihn nicht vorstellen können, wird sein Kommen sehr bildhaft beschrieben: Plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind. Die Jünger/innen werden aufgeweckt und durchgerüttelt. Es erscheinen ihnen Zungen, zerteilt, wie von Feuer. Den Jünger(inne)n wird der Mund geöffnet. Sie können wieder reden. Und die Kraft bezeugen, die ihnen der Heilige Geist verliehen hat.

 

Ach, würde uns unsere Angst und Mutlosigkeit doch auch so genommen werden. Pfingsten ist die Ermutigung der Jüngerinnen und Jünger Jesu. Pfingsten heißt: Uns wird die Kraft verliehen, uns gegen Corona und alle Anfechtungen zu stemmen. Und aufzubäumen und mit Gottvertrauen gegen die tödlichen Mächte anzukämpfen. Der Heilige Geist ist die Kraft, die uns aufweckt, durchrüttelt, Kraft verleiht, ermutigt und eine Sprache gibt, die alle verstehen können.

 

 

Ab 17. Mai 2020 – jeweils um 10 Uhr - gibt es im Ev. Dekanat Alzey-Wöllstein an ausgewählten Orten Gottesdienst: Und zwar in Sprendlingen – Wöllstein – Wörrstadt – Flonheim – Albig - Gau-Odernheim (ab Juni) und Eppelsheim.

 

Die Corona-Auflagen für die Feier eines Gottesdienstes sind sehr hoch: Es braucht einen Hygienebeauftragten, Desinfektion der Hände am Eingang, Mundschutz in der Kirche, keine Gesangbücher, Singen verboten, auf Abstand einzeln sitzen, Namens- und Adresseneintrag, wer am Gottesdienst teilgenommen hat, danach Desinfektion der Sitzbänke, Türgriffe etc.

 

Ist das der Gottesdienst, den wir miteinander feiern wollen, zu dem wir gerne zusammenkommen, der uns aufmuntert und einander im Geiste näher bringt. Ich kann es mir nicht vorstellen. Da wird es doch so sein: Die einen kommen nicht, weil sie eher ängstlich sind und kein Risiko eingehen wollen. Die anderen kommen nicht, weil die Hürden zu hoch sind und Gottesdienste ohne Singen wahrlich keinen Spaß machen. Und die die kommen, wären in den einzelnen Orten kaum mehr als eine Handvoll. Lohnt sich dafür der Hygiene-Aufwand? Deshalb gibt es in den nächsten Wochen nur an sieben Orten im Dekanat Gottesdienste. 

 

Bleiben Sie Gott befohlen und behütet, bleiben Sie gesund und stark in Ihrem Glauben! 

 

 Mit den besten Wünschen zu Pfingsten - 

 

Ihr Pfarrer Kurt Rainer Klein

 

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